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Beispiele oder Sequenzen? Ein Vorschlag zur Verbesserung qualitativer Forschung Instances or Sequences? Improving the State of the Art of Qualitative Research Casos o secuencias? Mejorando el estado de la cuestión de la investigación cualitativa

Keywords: methodology , ethnography , focus groups , language , conversation analysis

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Abstract:

Zahlen k nnen offenbar sprechen. Aufgrund ihrer kleinen Fallzahlen versuchen Qualitative Forscher und Forscherinnen deswegen, ihre Analysen durch Beispiele zu verdeutlichen und zu stützen. Deshalb werden in Forschungsberichten üblicherweise Datenauszüge pr sentiert als "sprechende" Beispiele für den behaupteten Ph nomenbereich. Diese scheinbare Evidenz führt dann aber zu dem Vorwurf des blo Anekdotischen, d.h. dass genau jene Auszüge gew hlt werden, die die eigene Position und Deutung bekr ftigen. Diesem methodologischen Problem kann meines Erachtens dann am besten begegnet werden, wenn wir uns auf die Anteile unserer theoretischen Wurzeln besinnen, die darauf zielen, unsere Arbeit von der quantitativer Sozialforschung zu unterscheiden. Obwohl sich insbesondere die linguistische und strukturale Anthropologie auf SAUSSURE bezieht, gibt er eine schlichte Regel an die Hand, die prinzipiellere Gültigkeit hat: Unser Vertrauen in Beispiele tadelnd, schreibt SAUSSURE: Einzelne Elemente haben keine Bedeutung. Es h ngt vielmehr davon ab, wie einzelne Elemente miteinander verknüpft werden. Eine Alltagsaktivit t, in der die soziale Welt sich artikuliert, ist die Konstruktion von Sequenzen. Genauso wie Teilnehmende in einer Interaktion sich immer auf die sequenzielle Platzierung von "Ereignissen" beziehen (müssen), sollte dies auch in den Sozialwissenschaften der Fall sein. Anhand von Beispielen aus Fokusgruppen, Feldnotizen und Tonb ndern versuche ich zu zeigen, dass die Identifikation solcher Sequenzen viel eher als das Zitieren von (Beleg-) Beispielen einen wesentlichen Test für die Angemessenheit von Schlüssen auf der Grundlage qualitativer Daten erlaubt. URN: urn:nbn:de:0114-fqs0503301 Numbers apparently talk. With few numbers, qualitative researchers appear to rely on examples or instances to support their analysis. Hence research reports routinely display data extracts which serve as telling instances of some claimed phenomenon. However, the use of such an evidential base rightly provokes the charge of (possible) anecdotalism, i.e. choosing just those extracts which support your argument. I suggest that this methodological problem is best addressed by returning to those features of our theoretical roots which tend to distinguish what we do from the work of quantitative social scientists. Although SAUSSURE is most cited in linguistics and structural anthropology, he provides a simple rule that applies to us all. In a rebuke to our reli-ance on instances, SAUSSURE tells us "no mean-ing exists in a single item". Everything depends upon how single items (element

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