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The ‘Palaeolithic Prospection in the Inde Valley’ Project

DOI: 10.3285/eg.60.1.04

Keywords: eemian , Micoquian , habitation features , microwear analysis , hafting , birch pitch residues , behavioural modernity

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Abstract:

Im Rahmen des Projektes Prospektion Pal olithikum im Indetal“ der Stiftung Arch ologie im Rheinischen Braunkohlenrevier wurden in den Jahren 2005 und 2006 im Tagebau Inden zwischen Jülich-Kirchberg und Lamersdorf die pleistoz nen Deckschichten mittels 20 Baggertiefschnitten sondiert. Ziel war es, fossile Landoberfl chen und m gliche pal olithische Siedlungspl tze zu finden und freizulegen. Im Dezember 2005 konnte in der Ortslage Inden-Altdorf eine mittelpal olithische Fundschicht aus dem Eem-Interglazial entdeckt werden, die bis September 2006 auf einer Fl che von 3000 m2 arch ologisch untersucht werden konnte. Es fanden sich 700 Steinartefakte und herbeigebrachte Ger lle, aber auch evidente Grubenbefunde und Feuerstellen. Drei Baumwürfe lagen mitten in der Hauptartefaktkonzentration und waren wohl in das Siedlungsgeschehen eingebunden. Die Artefaktoberfl chen waren kantenscharf und nicht patiniert, so dass die durchgeführten Gebrauchsspurenanalysen au ergew hnlich erfolgreich waren. Auf 120 der insgesamt 136 für die Gebrauchsspurenanalyse ausgew hlten Artefakte fanden sich Mikrospuren verschiedenartiger T tigkeiten sowie Residuen. Diese konnten mittels Rasterelektronenmikroskopie und energiedispersiver R ntgenmikroanalyse als Reste von Birkenrindenpech identifiziert werden. 82 Ger te mit Residuen erwiesen sich entweder als gesch ftete Eins tze, die mit diesem Pech an den Sch ften befestigt wurden oder als Werkzeuge für die Reparatur von gebrauchten und mit Pech verklebten Sch ftungen, und dem Auswechseln verbrauchter Feuersteineins tze dienten. Birkenrindenpech kann als ltester synthetisch hergestellter Werkstoff angesehen werden und wird in der Regel mit dem Jungpal olithikum und modernen Menschen assoziiert. Die auf den Micoquien Artefakten aus Inden vorgefundenen Birkenpechreste zeigen, da sowohl Sch ftungstechnologien, Gebrauch und Herstellung von Klebstoff als auch die Anfertigung von komplexen, aus mehreren Komponenten bestehenden Ger ten im Mittelpal olithikum durchaus üblich waren. Deren Vorhandensein, noch dazu in einer vergleichsweise hohen Anzahl, kann als deutlicher Hinweis auf moderne menschliche Verhaltensweisen gewertet werden.

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