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Trauer als Biografiegenerator Mourning as Biography Generator El duelo como generador de biografía

Keywords: mourning , bereavement , biography generator , self-description , communication media and codes , general systems approach , emotions

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Der Tod eines Alter Ego erweist sich für Trauernde als gravierende Kontingenzerfahrung. Sie vermag das individuelle Selbstverst ndnis in umfassender Weise zu erschüttern, wobei sich Trauer als Schmerz von unvergleichlicher Intensit t und Tiefe konstituiert. Die emotionale Erfahrung wird hierbei – nach Ma gabe psychologischer und therapeutischer Vorstellungen – zum Ausgangspunkt und zum Ma stab individueller Selbstvergewisserung. Diese Auffassung von Trauer korrespondiert mit einer allgemeinen, im Kontext moderner Gesellschaften entstandenen Zuschreibung von Emotionalit t zur Ebene des inneren Erlebens: Ich bin, was meine Gefühle mir sagen. Dass es gelingen kann, Trauer als pers nlichen Schmerz zu thematisieren und zum Ausgangspunkt individueller Selbstthematisierung zu machen, setzt systemtheoretisch gesehen semantische Strukturen zur Kommunizierung von individuellem Leid voraus. Im Rahmen einer auf biografischen Interviews basierenden Studie hat sich die symbolische Codierung von Trauer als individuell einzigartige Erfahrung von Schmerz und Leid erwiesen. Unabh ngig von kommunikativen Zurechnungen sozialer Systeme k nnen, so zeigt das Material weiterhin, verschiedenste lebensgeschichtliche Brüche und Diskontinuit tserfahrungen thematisiert werden. Trauer er ffnet aber nicht nur punktuell eine Selbstthematisierung: Die zentrale These lautet, dass Trauer als Biografiegenerator fungiert, indem sie eine systematische und umfassende Rekonstruktion der Lebensgeschichte unter den Aspekten von Leid und Schmerz erlaubt. URN: urn:nbn:de:0114-fqs0801501 For bereaved persons, an alter ego's death proves to be a serious experience of contingency. It can unsettle the individual's conception of the self, whereby mourning emerges as grief of a unique intensity and depth. The development of the emotional experience becomes a starting point and measure for the individual's re-conceptualization of the self in terms of psychological and therapeutic images. The notion of mourning as personal grief corresponds to a general, typically modern attribution of emotionality within the realm of inner experience and inwardness, i.e., I am what my feelings are expressing. From a general systems approach, talking about mourning as private and individual grief requires social communication standards. Within a research based on biographical interviews mourning proved to be a symbolic communication code for the expression of a unique and individual experience of sorrow, despair and bewilderment. Furthermore the results revealed that the distinctiveness of different biographical discontin

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